IFAJ 2017 World Congress South Africa

Taking place between the 2nd and 8th of April 2017 in Gauteng- and the Western Cape. 
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IFAJ 2018 - The Netherlands

Theme: Dutch Roots

Main congress: 12- 15 July 2018

The main congress will start in the region Food Valley and further visits are planned to a diversity of hotspot in the Netherlands.

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For more information: Esther Rozeboom – esther(at)catch-on.nl

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Klaus Strotmann, Germany

Milchproduktion einmal anders

IFAJ-Alltech Young Leaders in Agricultural Journalism Award recipient 

Für den europäischen Betrachter wirkt Texas wie ein Land der Extreme: Wolkenkratzer und breite Boulevards im Urbanen – endlose Weiten, riesige Herden und kraftvolle Pick-Ups auf dem Land. Neben allen Superlativen trifft man doch auch auf Vertrautes, wie den Betrieb von Stuart Veldhuizen. Der Name verrät seine europäische Herkunft, die er mit vielen Texanern gemein hat. 45 Jersey, Guernsey und Brown Swiss stehen in seinem Stall. Deren Milch verarbeitet er komplett selbst und vermarktet sie im eigenen Laden. Wer kauft denn das hier, "in the middle of nowhere", eineinhalb Stunden abseits der Zwillingsmetropole Dallas/Fort Worth? "Gute Produkte verkaufen sich von selbst", ist der 47-Jährige überzeugt. Fünfzig Prozent gehen dann auch an Edelrestaurants, deren Maîtres de Cuisine oft persönlich zu ihm in die holzvertäfelte Milchküche kommen. Der Rest wandert im Hofladen über die Theke, kleinere Mengen werden über das Internet bestellt. Dreimal pro Woche verarbeitet er die Milch zu Rohmilchkäse, der in den USA selten zu bekommen ist. Sein Geheimnis für guten Geschmack liegt auf dem Futtertisch: "Je grüner das Gras, desto gelber der Käse". Dabei verzichtet er auf Anerkennung als Biobetrieb und finanzielle Unterstützung durch den Staat. Dann lieber auf Kundennähe setzen und damit Geld verdienen. Zwischen 11 und 16 Dollar kostet ein Pfund, das sind rund 17 bis 24 Euro pro Kilogramm. Nach seiner Rechnung liegt sein Erlös damit zehnfach höher, als wenn er die Milch an eine Molkerei abliefern würde. Bei einer Milchleistung von 18 Kilogramm pro Kuh und Tag zahlen die Verarbeiter üblicherweise umgerechnet 15 bis 17 Cent pro Kilogramm. Durch die Veredelung verdient Veldhuizen rund 1,80 Euro je Kilogramm Milch.

Mit dem, was ihm die Molkerei zahlt, ist Alan Vanderhorst hingegen ganz zufrieden, denn für ihn zählt allein die Menge. Insgesamt zehn Farmen gehören zu seinem Unternehmen. Auf drei Betrieben hält er insgesamt 5.900 Milchkühe. Allein 900 Kälber stehen in einem Aufzuchtstall, in dessen nicht endenden Reihen sich das Auge des europäischen Betrachters verliert. Es überrascht die sterile Umgebung, in der die Kälberboxen unter Neonlicht aufgestellt sind. Dank saisonaler Abkalbung startet die Produktion am ersten November. Sechs Mitarbeiter kümmern sich um 900 Flaschen pasteurisierter Milch, mit denen sie die Tiere zweimal täglich füttern. Die Jungviehaufzucht überlässt Vanderhorst lieber anderen, "die das besser können als ich". Zur Milchproduktion kommen die Kühe wieder auf eine der eigenen Farmen. Hier sollen die Kosten so niedrig wie möglich gehalten werden, daher stehen die Kühe teilweise unter einfacher Bedachung. Ein Karussell mit 60 Plätzen sorgt für den nötigen Durchsatz bei zweimaligem Melken am Tag. "Mein Ziel ist es, die Menge an Fett und Protein je aufgenommenem Kilogramm Futter zu maximieren" erklärt Vanderhorst, worauf es ihm ankommt, und präzisiert: "Ein Drittel des Einkommens kommt aus dem Milchfett, zwei Drittel vom Protein." 55 bis 60 Prozent der Ausgaben verbucht der Manager für das notwendige Futter. Rund vier Laktationen lang stehen die Crossbredkühe in seinem Stall. Ähnlich hoch ist die Fluktuation seiner insgesamt 130 Mitarbeiter. Nur jeder siebte seiner mexikanischen Angestellten ist länger als fünf Jahre im Betrieb. Knapp 1200 Euro gibt’s im Monat – wer keine Krankenversicherung will, bekommt 130 Euro mehr. Die meisten Angestellten nehmen das Geld und verzichten auf Sozialleistungen. Zwölf Trucks mit Milch verlassen die Farmen täglich. Wohin die Milch verkauft und zu was sie verarbeitet wird, interessiert Vanderhorst nicht. Hauptsache, am Ende stimmt die Kasse.  

Klaus Strotmann
dlz agrarmagazin, Munich, Germany
strotmann(at)gmx.de