Die Zukunft des AAEA ins Blickfeld rücken

Kenna Rathai

Stellvertretender Direktor des AAEA
USA


Das Jahr 2020 wird einen historischen Meilenstein für den amerikanischen Verband von Agrarredaktoren (American Agricultural Editors’ Association, AAEA) markieren – es ist unser 100-Jahr-Jubiläum!


Es mag zwar zu früh scheinen, um über diese Feier nachzudenken, ist es aber nicht! Im Jahr 2010 haben wir begonnen, uns auf verschiedenen Wegen auf dies spannende Ereignis vorzubereiten. Wir feierten unser 90-Jahr-Jubiläum, indem wir eine neue Website entwarfen, einen Messestand auf dem jährlichen Agrar-Mediengipfel hatten und Gedenkanstecknadeln bereitstellten.


Wir haben ein Unterkomitee, geleitet von Holly Martin, Redakteurin des High Plains Journal, die mit unserem Vermächtnis-Komitee arbeitet, um Projekte und Veranstaltungen zu planen. Das Komitee wollte sicherstellen, dass wir so viel von der Geschichte des Agrar-Kommunikations-Handwerkes wie möglich erhalten. Ein Großteil dieser Geschichte ist im Gedächtnis unserer Langzeitmitglieder gespeichert. Wenn wir sie verlieren, verlieren wir die Erinnerungen.


Deshalb ist es unsere oberste Priorität, Video-Interviews mit diesen Leuten durchzuführen. Ein Dank geht an Earl Manning und Dr. Jim Evans dafür, dass sie die ersten Einträge in unserem Video-Archiv sind. Ihre Zeugnisse können auf unserem AAEA100-YouTube-Kanal angesehen werden. Dieses Frühjahr schicken wir einen Videofilmer nach Minnesota und Iowa, um weitere langjährige Mitglieder zu erfassen. Auch werden wir weiterhin jedes Jahr noch einige zusätzliche Interviews machen, um sicherzustellen, dass wir von unserer 100-jährigen Geschichte so viel wie möglich abdecken.


Das AAEA-Vermächtniskomitee hat eine umfangreiche Arbeit geleistet und ein offizielles AAEA-Archiv erstellt, das bei der Universität von Illinois untergebracht ist und von ihren Archivaren verwaltet wird. Die Akten enthalten alte Newsletter, Unterlagen, Fotos, Besprechungsprotokolle und noch mehr.
Der AAEA hat eine reichhaltige Geschichte voll von erinnerungswerten Meilensteinen. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl dessen, was unsere Organisation seit ihren Anfängen erreicht hat.


1921 Erstes offizielles Treffen in Chicago
1940 Erstes weibliches Mitglied schloss sich an
1942 Erster bezahlter Geschäftsführer angestellt
1947 Erster Ausgezeichneter Preisträger ernannt
1967 Der AAEA tritt der IFAJ bei
1968 Erste Communications Clinic (Vorläufer des Agrar-Mediengipfels)
1976 Der AAEA war Gastgeber des IFAJ-Weltkongresses in Iowa
1982 Erste Frau ist AAEA-Vorstandsvorsitzende
1997 Erstes AAEA-Mitglied zum Präsidenten der IFAJ gewählt
2005 Erhielt die AAEA Professional Improvement Foundation den 501c3-Status
2008 AAEA-Ethik-Kodex überarbeitet
2009 Der AAEA war Gastgeber des IFAJ-Weltkongresses in Texas
2010 Neugestaltung der Website AgEditors.com
2011 Den AAEA100-YouTube-Kanal geschaffen


Wenn wir an 2020 denken, können wir es kaum erwarten, unser 100-Jahr-Jubiläum zu feiern!

Was gute Agrarjournalisten in der Berichterstattung tun

Jim Evans
Agricultural Communications Documentation Center
USA

Es ist nicht die Aufgabe von Farmnachrichtensendern oder Agrarjournalisten „Befürworter“ zu sein, wenn sie Nachrichten übermitteln, sagte Cyndi Young-Puyear in einer kürzlichen Kolumne, die wir zur ACDC-Sammlung hinzugefügt haben. Sie ist Farm-Direktorin und landwirtschaftliche Betriebsleiterin für Brownfield Network, das größte landwirtschaftliche Radio-Netzwerk in Amerika. Sie stellte fest, dass das Thema der journalistischen Integrität kürzlich in Gesprächen unter ihren Kollegen aufgekommen ist.

Die Ursache, erklärte sie, ist dass einige Unverblümte die Arbeit eines Agrarjournalisten gehört, gelesen, und/oder gesehen haben, sie nachteilig für die Landwirtschaft gehalten und etwas Schlamm auf den Namen des Reporters geworfen haben. Sie argumentierte, dass:
•    eine ausgewogene Berichterstattung es nicht verdient, verurteilt zu werden.
•    Agrarnachrichtenreporter der Landwirtschaft am besten dienen, wenn sie die gesamte Nachricht übermitteln.


Wenden Sie sich an uns (docctr(at)library.illinois.edu), wenn Sie die Kolumne aus Illinois AgriNews lesen möchten. Senden Sie uns auch bitte Ihre Gedanken über die Rolle von Agrarjournalisten heute und machen Sie uns auf Dokumente aufmerksam, die wir unbedingt über dieses Thema in der ACDC-Sammlung haben sollten.

Italienische Journalisten öffnen Türen für amerikanische Kollegen

Steve Werblow
USA

Als ich Antonio Brunori, Vertreter der italienischen Gilde im IFAJ-Vorstand, anrief und ihn um Hilfe gebeten hatte, um einige Interviews für einen Artikel über die historische Lebensmittelindustrie in der Emilia-Romagna zu vereinbaren, erhielt ich viel mehr, als ich mir je erhofft hätte. Ich bekam großartige Berichte, nahm vom ständigen Essen etwa drei Kilogramm zu und verließ Italien mit einer tiefen Wertschätzung für das Networking durch die IFAJ und die außerordentliche Gastfreundschaft unserer italienischen Freunde.
   
Die Idee für den Artikel keimte einige Jahre in meinem Kopf seit ich mit Antonio seine Erfahrung mit dem Consorzio del Formaggio Parmigiano-Reggiano (Verband der Käsehersteller, der die Reise von Antonio nach Berlin an die IFAJ-Vorstandssitzung unterstützte) diskutiert hatten. Eine Sonderausgabe der Zeitschrift The Furrow schuf einen perfekten Anknüpfungspunkt für den Artikel. Antonio sicherte mir sofort zu, in der Emilia-Romagna-Region im Umkreis der legendären Lebensmittelzentren Bologna und Parma einige wichtige Treffen zu vereinbaren.   

Antonio tat mehr als nur sein Netzwerk von Kontakten in der Lebensmittelindustrie anzuzapfen. Er nahm von folgenden Personen Hilfe in Anspruch: Roberto Zalambani, Generalsekretär der italienische Gilde UNAGA; Lisa Bellocchi von der regionalen Gilde, die das Gebiet um Bologna umfasst; Mimmo Bonavita, Vorstandsmitglied UNAGA für die Festlegung der Reisetoute. Diese Personen wandten sich an ihre Freunde und vermittelten Kontakte. Wir kamen zu verschiedenen bemerkenswerten Experten, die uns modernste Produktionsanlagen und jahrhundertealte Verarbeitungen  zeigten. Bei jeder Etappe trafen wir estaunlichert sachkundige, gastfreundliche Menschen.

Wahrscheinlich hätte ich es geschafft, ein Artikel zusammenzustellen mit Informationen aus dem Internet oder indem ich mich bei einer der kulinarischen Reisen angemeldet hätte, die Besucher in der Emilia-Romagna oder in der Toskana herumführen. Es wäre nicht möglich gewesen, dass die Berichte oder die Recherchen so gründlich, ertragreich oder angenehm herausgekommen wären ohne die Hilfe von Antonio, Roberto, Lisa und Mimmo. Mit den perfekt gezielten Tipps und den Informationen von der ganzen Gruppe sowie Antonios Einsicht (und Navigationsfähigkeiten) profitierte ich vom journalistischen Instinkt meiner Journalistenkollegen. Und die Leser von The Furrow genauso.

Für mich ist die Erfahrung in Italien eine Zusammenfassung der  bedeutungsvollen Networking-Möglichkeiten der IFAJ, nämlich eine Chance für einen neuen Einblick, für neue Blickwinkel für Artikel und für neue Freundschaften. 

IFAJ Nachrichten Februar 2013

Sensible Informationen teilen, um Druck zu verhüten

Hans Siemes
Niederlande
IFAJ-Seminar über Pressefreiheit

Agrarjournalisten sind immer unter Druck. Sogar in Ländern, die Pressefreiheit haben, sagte Oliver Vujovic, Generalsekretär von SEEMO (South and East Europe Media Organization) bei einem Seminar der Internationalen Föderation der Agrarjournalisten (IFAJ) am 18. Januar in Berlin.

Er berichtete, dass seine Organisation, die in 20 Ländern tätig ist, im vergangenen Jahr ungefähr 800 Fälle hatte, wo Journalisten angegriffen oder stark unter Druck gesetzt wurden. Darunter waren mehrere Journalisten, die über Missstände im Agrarsektor berichten. Er signalisierte, dass unter Politikern und Firmen immer mehr religiöse Gruppen Journalisten bedrängen. Oliver Vujovic, ein ehemaliger Journalist aus Serbien, unterstrich, dass die IFAJ sich auch weiterhin die Pressefreiheit zu Eigen machen sollte, und dass die IFAJ Agrarjournalisten, die unter Druck sind, zusammen mit andern Organisationen Hilfe leisten sollte. Der IFAJ-Vorstandsmitglieder, die am Seminar teilnahmen, stimmten voll zu.

Neue Strategie
Die IFAJ organisierte dieses Seminar aufgrund ihrer neuen Strategie, die besagt, dass die IFAJ vom Wesen her globaler werden muss. Infolgedessen können nationale Verbände/Gilden aus Ländern ohne Pressefreiheit „Gäste“ werden. Die IFAJ wird ein neues Online-Diskussions-Netzwerk starten, das alle Agrarjournalisten an einen Tisch bringt, ob sie Pressefreiheit in ihrem Land haben [oder nicht]. Damit scheint es, als würde IFAJ die Zügel in Bezug auf die Pressefreiheit im Agrarjournalismus lockern.DasSeminar machte aber deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Pressefreiheit bleibt das grundlegende Fundament der IFAJ. Die Organisation wird Agrarjournalisten in diesen Angelegenheiten unterstützen. Die IFAJ wird das Rad nicht neu erfinden, sondern mit Organisationen, die auf die Unterstützung von Journalisten spezialisiert sind, zusammen arbeiten. Die SEEMO ist eine solche journalistische Organisation, die dem Internationalen Presse-Institut in Wien ähnelt.

Sofort veröffentlichen
Generalsekretär Oliver Vujovic erklärte, wie seine Organisation bedrängte Journalisten unterstützt. Er riet, die Fälle sogleich in der Presse zu veröffentlichen. „Versteckt sie nicht, sonst dauern die Bedrohungen immer weiter an.“ Vor allem Politiker mögen es nicht, wenn diese Fälle veröffentlicht werden. Es ermutigt sie, Maßnahmen zu ergreifen, sagte Oliver Vujovic. Das Gleiche gilt für die Polizei. Zudem versucht die SEEMO mit den „Angreifern“ Kontakt aufzunehmen, um sie davon zu überzeugen, dass sie verkehrt gehandelt haben.

Einige Ratschläge
Journalisten sollten sich immer bewusst sein, dass das, was sie schreiben oder senden, ein Problem sein kann. Er gab den Agrarjournalisten einige Ratschläge, wie sie sich schützen können. „Wenn Sie sensible und einzigartige Informationen haben, teilen Sie sie mit Kollegen oder mit vertrauenswürdigen Organisationen, wie der SEEMO und der IFAJ. Wenn mögliche Angreifer davon Kenntnis haben, wissen sie, dass es weniger sinnvoll ist, einen Journalisten unter Druck zu setzen, um zu verhüten, dass er oder sie sensible Informationen veröffentlicht. Sie wissen, dass sie nicht 100 Journalisten umbringen können!“ Und falls, aus welchem Grund auch immer, es nicht möglich ist, Ihren Artikel in Ihrer eigenen Zeitschrift oder in ihrem Land zu veröffentlichen, haben Sie immer die Möglichkeit, ihn – über einen Freund – in einer anderen Zeitschrift, im Internet oder in einem anderen Land zu veröffentlichen, sagte er.
Was auch immer geschieht: Das Motto von Oliver Vujovics war „veröffentlichen“,  denn Journalisten haben die Aufgabe, die Öffentlichkeit zu informieren. „Weil es sonst niemand anders tut“, sagte er. „Normalerweise sollten die Politiker und die Polizei die Arbeit tun, aber wenn sie es nicht tun, ist es die Pflicht der Journalisten, die Arbeit des Staates zu tun.“

Internet in der Ukraine
Iurii Mykhailov, IFAJ-Vorstandsmitglied und Agrarjournalist aus der Ukraine, zeigte an einem Beispiel, wie wichtig es ist, im Internet zu veröffentlichen. Obwohl die Ukraine offiziell Pressefreiheit hat, mussten viele Journalisten in den vergangenen Jahren mit der internen Zensur der Medienbesitzer, die eine gute Beziehung zur Regierung hatten, arbeiten. Ihnen blieb nur die Möglichkeit, ihren Job zu kündigen oder zu bleiben. Das Internet entpuppte sich als die dritte Lösung, weil digital objektive Informationen verbreitet wurden. Niemand aus der Regierung oder von den Medienbesitzern konnte etwas dagegen tun. Besonders die jungen Leute nutzten dies und versuchten, die tatsächlich objektive Information über das Internet zu bekommen. Obwohl die Regierung und die Medienbesitzer dachten, sie hätten die Information unter Kontrolle, stellte es sich heraus, dass die Regierung die Wahlen verlor, weil die Leute den Informationen im Internet glaubten. Seit den Wahlen ist die interne Zensur gestoppt. Oliver Vujovic war auch begeistert vom Internet, aber er warnte bezüglich der Wahrheit auf dieser digitalen Plattform. „Immer überprüfen. Um es zu testen, hatten wir drei Artikel über nicht existierende Personen für Wikipedia erstellt.“

Durchaus ein Thema
Nach den Beratungen schloss der Moderator Owen Roberts mit den Worten, dass Pressefreiheit auch für Agrarjournalisten durchaus ein Thema  ist. Mit ihrer neuen Strategie sollte die IFAJ in dieser Angelegenheit mehr tun. Es ist keine Option, Agrarjournalisten in unfreien Ländern nicht zu unterstützen.

Spanien sorgt für Ordnung beim, Iberischen“ Schwein

Jesus Lopez Colmenarejo
Spanien

Die „Iberische“ Schweinerasse ist in der ganzen Welt bekannt für die Qualität ihrer Produkte, da die Aufzucht dieser Tiere mit einer in der Welt einzigartigen extensiven Produktion, der Weide, assoziiert wird.

Dieses Ökosystem, das Naturweiden und Eichenwälder umfasst und die nachhaltige Aufzucht von Schweinen, aber auch von Ziegen, Schafen oder Kühen ermöglicht, existiert im Süden Europas seit dem Mittelalter.

Heute ist die Zukunft der Weide hauptsächlich wegen der geringen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ihrer Produktion in Gefahr. Sie bewahrt jedoch noch ein  „idealistisches“ Image oder Bild in der spanischen Gesellschaft. Die Verwendung dieses Bildes war nicht immer legitim und hat beim Durchschnittsverbraucher, der für den Kauf von „Iberischen“ Produkten kaum geschult ist, sehr oft für Verwirrung gesorgt.

Stellen wir uns zum Beispiel ein Schwein vor, das nur zu 25 Prozent von der Iberischen Rasse abstammt und die restlichen 75 Prozent von der produktiveren Rasse Duroc sind. Bis dato könnte dieses Tier intensiv aufgezogen worden sein wie irgendein Schwein der Rasse Large White, aber die Etiketten auf seinen Schinken konnten die Wörter „Iberisch“, „Schwarzklauen“, oder ein Foto von einigen weidenden schwarzen Schweinen enthalten. Damit wurde erreicht, dass die Verbraucher glaubten, dass das Schwein, von dem dieser Schinken stammt, irgendwann einmal den Sternenhimmel gesehen oder Eicheln und Kräuter vom Feld gefressen hatte.

Die Realität sieht ganz anders aus, da die Aufzucht von  hundertprozentig Iberischen Schweinen immer geringer wird und die zu hundert Prozent Iberischen Produkte, die mit Eicheln gefüttert wurden, kaum vier Prozent der Gesamtmenge ausmachen.

Aus diesem Grund und um die „Iberische“ Rasse zu schützen sowie dem Verbraucher zu helfen, seine Produkte zu unterscheiden, hat das spanische Landwirtschaftsministerium kürzlich einen Gesetzesentwurf zur Regulierung dieser Situation vorgestellt.

Die neuen Bestimmungen beinhalten Pflichten für die Produzenten, Verarbeiter und Vermarkter.

Der Bauer, der zum Beispiel seine Schweine als zu hundert Prozent Iberische Weideschweine etikettieren will, wird jene Fläche, die zuvor vier Schweinen zur Verfügung stand, neu nur noch die Aufzucht eines einzigen ermöglichen wird. Dadurch wird das Angebot an „High-End“-Produkten kleiner werden. Dafür werden die Verbraucher, die den Preis bezahlen, wissen, dass das, was sie kaufen, wirklich das ist, was sie suchen.

Außerdem wird es bei der Verkaufsstelle drei Kategorien gemäß der Fütterung und Handhabung geben: „Eichel“, „Mastfutter vom Feld“ und „Mastfutter“, die vom Vermerk „zu hundert Prozent Iberisch“ oder „Iberisch“ gemäß der Reinrassigkeit des Tieres begleitet werden.

Eine weitere interessante Entwicklung ist, dass sowohl die Kategorie als auch der Prozentsatz der Iberischen Rasse auf dem Etikett in dasselbe Sichtfeld wie die Handelsmarke integriert werden müssen.
Ebenso und um der Verwirrung beim Kauf „ein Ende zu setzen“, dürfen bei der Etikettierung keine möglicherweise irreführende Namen, Logos, Marken, Bilder, Symbole oder optionale Beschreibungen verwendet werden. Es ist Schluss mit der wahllosen Verwendung von Zeichnungen von Eicheln, Eichen, Weiden und anderen Abbildungen, die heutzutage so frei gewuchert haben.
Das wirklich Schwierige war nicht, den Qualitätsstandard zu definieren, sondern wird die Sicherstellung seiner weiteren Einhaltung sein. Dazu muss die Regierung jederzeit wachsam sein und Verstöße, die auftreten können, exemplarisch bestrafen.

Sonst hätte die ganze Arbeit nichts genützt…

Erfahrungen aus der 2012 Meisterklasse

Jean de Dieu (John) Ininahazwe
CAPAD/Burundi

 

 

 

 

 

Ich bin seit 2008 ein Nachrichtenvermittler/Journalist. Ich bin der Herausgeber von zwei Newslettern (The Farmer und the Rural Voice) in drei Sprachen (Kirundi, Französisch und Englisch). Ich hatte das Vorrecht, sowohl an der Meisterklasse 2012 als auch am IFAJ-Kongress 2012 teilzunehmen.


Die Meisterklasse und der IFAJ-Kongress 2012 in Schweden waren eine Plattform, wo wir  unsere Erfahrungen, Ansichten, Neuigkeiten und Kulturen teilen konnten. Man kann es gar nicht anders beschreiben.


Es faszinierte mich, Leute zu treffen. Ich erwarb während der Tage der Meisterklasse unbeschreibliche Erfahrungen. Ich machte Erfahrung mit einen Lebensmittel-Quiz gemeinsam mit einem „Boot-Camp“-Teilnehmer von Australien, Nikolai Beilharz. Unsere Gruppe hat nicht gewonnen, aber was mich betrifft, habe ich an diesem Abend mehr über Lebensmittel gelernt.


Das Thema der Ethik im Journalismus war für mich etwas ganz Besonderes. Als Nachrichtenvermittler/Journalist habe ich jetzt die drei Interessen zu respektieren: den Verleger, den Leser und den Inserierenden. Es ist mein Ziel, ein qualifizierterer  Nachrichtenvermittler/Journalist zu werden, der Interesse bei seinen Lesern erzeugen kann. Ich glaube, dass Pressefreiheit für uns als Gesellschaft wesentlich ist. Dieses Programm passte gut zu mir.
Soziale Medien sind in meinem Land nicht so populär und verbreitet bedingt durch den geringen Internetzugang. Aber wenn wir in die Zukunft blicken und sehen, wie es in Schweden gelang, bin ich davon überzeugt, dass es für junge Bauern in Burundi funktionieren könnte.


An was ich mich am meisten erinnere, war die Erfahrung, einen Blog und einen Twitter-Account einzurichten – ich hatte davon geträumt, so etwas zu machen. Die Meisterklasse 2012 gab mir die Gelegenheit, all dies zu erlernen. Seien wir ehrlich. Es war das allererste Mal, dass ich gebloggt und getwittert habe, eine unglaubliche Erfahrung! Neuigkeiten aus der Meisterklasse mit #IFAJ2012 zu twittern, war faszinierend. Und jetzt ist es meine Leidenschaft.


Niemand ist glücklicher als ich. Während der Meisterklasse bekam ich einen Job. Jetzt bin ich ein Korrespondent des Farm weekly Radio mit Sitz in Kanada mit einem afrikanischen Büro in Burkina Faso. Der Leiter des afrikanischen Büros war mein Zimmerkamerad und jetzt ist er mein Boss! Es war eine riesengroße Gelegenheit!


Gegenwärtig plane ich, eine nationale Gilde zu gründen. In meinem Land sind mehr Journalisten an politischen Belangen interessiert. Dank der Erfahrungen, die ich in der Meisterklasse erworben habe, habe ich das Material, egal was passiert. Ich und andere afrikanische Journalisten, die an der Meisterklasse teilgenommen haben, haben die geniale Idee, ein Afrikanisches Netzwerk von Agrarjournalisten zu schaffen. Um dies zu erreichen, müssen wir zuerst die jeweiligen nationalen Gilden schaffen.


An der Meisterklasse und dem IFAJ-Kongress 2012 teilgenommen zu haben war ein gewaltiges Erlebnis wie kein anderes zuvor. Mein besonderer Dank gilt Agriterra, die mir die Teilnahme ermöglicht hat. Dank Agriterra habe ich diese Erfahrungen in Schweden erworben.

Genossenschaften schaffen Möglichkeiten für kenianische Bauern

Von Tamara Leigh
Kanada

Die Exposure-4-Development Tour von Kenia begann in einem Schlachthaus und endete mit einer Überflutung mit Rosen. Das waren passende Buchchstützen für eine Reise, die Augen öffnete. Sie war gefüllt mit den Herausforderungen, Frustrationen und Hoffnungen der Bauern und der Landwirtschaft in einem Land mit viel Potential und mit zu wenig vorhandenen Strukturen, die helfen können, es zu nutzen.

Während sechs Tagen holperte, rutschte und stotterte zeitweise unser Bus Kenias Autobahnen und Nebenstraßen entlang. Gleichzeitig drängelten wir 15 Journalisten um die besten Sitzplätze, um Bilder zu machen, unsere Erfahrungen auszutauschen und unterwegs unsere Eindrücke zu teilen.

Wir trafen Bauern, landwirtschaftliche Berater, Verarbeiter, soziale Unternehmer, Bankiers und Würdenträger. Der Zugang zu Leuten und Geschichten aus dem gesamten landwirtschaftlichen Spektrum war der Traum eines Journalisten und gereichte den Organisatoren der Tour zur Ehre. Was dabei entstand, war ein Schnappschuss der gegenwärtigen kenianischen Landwirtschaft sowie ein Blick in die Zukunft, welche sein könnte, und ein bessesektres Verständnis der Hindernisse, denen sie auf dem Weg dorthin begegnen.

Obwohl die Landwirtschaft einer der Haupteinflussfaktoren der kenianischen Wirtschaft ist, fehlt es ihr an Transport- und Lagerinfrastrukturen, an einer effektiver Staatsführung und an einer Ausbildung für Bauern. Dies macht es schwierig, die Ansammlung von nationalen Bauern mit Eigenversorgung zu einem Sektor zu verwandeln, der beständig sein Land ernähren kann.

Wir lernten, dass Genossenschaften eine bedeutende Rolle spielen, um die Kluft zu schliessen. Genossenschaften und ihre weniger formellen Vettern, die „Selbsthilfe-Gruppen“, verstärken für alle Rohstoffe den Zugang zu lokalen Märkten, steigern den Wert, und bieten Beratungsdienste und Ein genossenschaftlicher Viehmarkt und ein Schlachthaus in Keekonyoki schaffen zum Beispiel Werte von Schlachtabfällen, indem sie neue Methoden entwickeln, um Biogas, das in zwei anaeroben Biokonvertern produziert wird, aufzufangen. Die Genossenschaft hat sich um ein Schulungszentrum für Viehhalter erweitert wo Massai-Hirten in ganzheitlichem Naturweide-Management unterrichtet werden. Damit soll geholfen werden, die Überweidung von Land, das durch Trockenheit gestresst ist, zu vermindern.
Milchgenossenschaften bieten für die vielen kleinen Milchbauern Kenias Organisation auf lokaler Ebene und Beratungsdienste an. Sie dringen in den Joghurt-Markt vor, um für ihre Mitglieder Werte zu schaffen. Gemüsebauern haben sich ein einer „Selbsthilfe-Gruppe“ zusammengetan, um mit lokalen Institutionen und Lebensmitteleinzelhändlern Anbauverträge auszuhandeln und auf einer Gruppenparzelle, wo sie neue Anbaumethoden erlernen können, zusammen zu arbeiten.

Angetrieben von einem starken sozialen Unternehmergeist und nötig geworden wegen des völligen Fehlens von staatlicher Unterstützung sind Genossenschaften möglicherweise die beste Chance für kenianische Bauern, die Kontrolle über ihr eigenes Schicksal übernehmen zu können und die Landwirtschaft in ein Unternehmen zu verwandeln, das ihre Familien und ihr Volk ernähren kann.

Ich möchte Agriterra und der IFAJ für die Gelegenheit, an der Exposure-4-Development Tour teilzunehmen, danken. Indem wir unsere Geschichten teilen und zu einem größeren Verständnis beitragen, können wir die Welt verändern. Die E-4-D Tour hat meine zweifellos verändert.

Mit IFAJ-Mitgliedern auf der ganzen Welt in Verbindung stehen

Es gibt großartige Diskussionen auf der IFAJ-Facebook-Seite. Ein breites Spektrum von Themen und geteilten Links helfen uns miteinender zu verbinden und mehr über die Belange zu erfahren, über die unser Beruf berichtet. Besuchen Sie die IFAJ-Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/groups/IFAJournalists/, wenn Sie sich dem Gespräch anschließen möchten.


Und denken Sie an die IFAJ-Facebook-Grundregel: Sie können sich gerne an allen Diskussionen in unserer Gruppe beteiligen, aber wir bitten Sie, stets höflich zu sein. Alle Bemerkungen, die gemacht werden, sollten nur zur IFAJ, dem Agrarjournalismus und -nachrichtenwesen gehörende berufliche Belange betreffen. Kommentare, die nicht diesen Anforderungen entsprechen, werden entfernt.