Nahost-Forum als Vorbild für IFAJ Global Outreach

Von Hugh Maynard

IFAJ Global Manager

Die IFAJ hat die Zahl der Mitgliedsländer seit 2015 um ein Drittel erhöht. Trotz dieses Anstiegs gibt es immer noch Regionen der Welt, in denen nur wenige Mitgliedsländer vertreten sind, darunter der Nahe Osten.

Obwohl die Region ein wesentlicher Bereich der landwirtschaftlichen Produktion ist, sind nur die Türkei, der Iran und Israel IFAJ-Mitglieder. Sie alle sind seit den Verfassungsänderungen von 2015 neu hinzugekommen sind, die die Beitrittsberechtigung erweitert haben. Daher war die Motivation groß, eine Veranstaltung im Nahen Osten zu organisieren, auch wenn die Kontakte bisher beschränkt waren.

Welches Interesse hätte der Nahe Osten also an dem Programm der IFAJ für Verbandsentwicklung, Berufs- und Jugendförderung und globale Öffentlichkeitsarbeit?

Wie sich herausstellte ein ganze Menge. In Zusammenarbeit mit dem türkischen Verband der Agrarjournalisten und der World Federation of Science Journalists folgten 40 Agrarjournalisten aus dem Nahen Osten und den umliegenden Ländern der Einladung zu einem Forum in Istanbul vom 2. bis 4. Mai 2018.

Am Ende konnten 25 Agrarjournalisten aus Jordanien, Iran, Irak, Israel, Tunesien, Georgien, der Ukraine und der Türkei teilnehmen. Das Forum wurde auch im Rahmen des 6. Food Safety Congress organisiert, der den Journalisten nach ihrer Rückkehr zusätzliche Inhalte für ihre Berichterstattung ermöglichte.

Die Diskussionen während des Forums zwischen den Agrarjournalisten verliefen ähnlich wie in anderen Regionen: Zur Sprache kamen die Unterschiede zwischen Fach- oder Vollzeit-Agrarjournalisten und jenen Kollegen, die das Thema für eine allgemeine Publikation wie eine Tageszeitung abdecken. Einkommensfragen, die Vertrautheit mit komplexen Inhalten, die Unterstützung von Organisationen wie der IFAJ bei der Ausbildung und Zertifizierung und die Begeisterung junger Menschen für den Beruf waren weitere Themen. Viele Bereiche, die während des IFAJ-Afrika-Forums im Rahmen des Kongresses 2017 in Südafrika angesprochen wurden, standen auch während der Veranstaltung in Istanbul im Vordergrund.

Dargestellt ist Aliza Zezak von der israelischen Gilde, die eine von mehreren Forum-Teilnehmern war, die im Rahmen eines Panels über den Zugang zu Informationen während des Kongresses sprach.

Bemerkenswerter war vielleicht die Affinität unter den Teilnehmern, von denen sich die meisten noch nie zuvor getroffen hatten. Iraner, Iraker und Israelis saßen alle an einem Tisch und fanden leicht Gemeinsamkeiten bei Themen, die für ihren Beruf wichtig waren. Die Begeisterung während des Treffens führte zu einer einstimmigen Willensbekundung ein regionales Netzwerk zu schaffen, das zur Gründung von Landesverbänden und zur Unterstützung der Agrarjournalisten der Region beitragen soll.

Im Anschluss an das Afrika-Forum 2017 haben weitere sieben afrikanische Länder die Mitgliedschaft im IFAJ beantragt. Dies zeigt, dass die Vorteile von IFAJ-Aktivitäten wie diesen Foren und der Master Class nicht nur die Einbindung einzelner Agrarjournalisten, sondern auch die Gründung von Verbänden zur Unterstützung des Berufsstandes vor Ort ermöglichen.

Das Zusammenbringen von Einzelpersonen bietet eine Plattform, um Themen von gemeinsamem Interesse anzusprechen und Wege zu finden, um Fortschritte beim Aufbau von Netzwerken und Verbänden zu erzielen. Ob als Meisterkurs, Forum oder auch nur als Presseveranstaltung, die Verbindung von landwirtschaftlichen Inhalten mit beruflicher Entwicklung schafft die Voraussetzungen für den gemeinsamen Rahmen, der es erlaubt, diese Aktivitäten auch in Zukunft fortzusetzen.

Wenn Sie also von einer Veranstaltung wissen, die die Aufmerksamkeit von Agrarjournalisten auf sich ziehen würde, Möglichkeiten für Sponsoring bieten könnte und als Plattform dienen könnte, um neue Verbände zu gründen, bestehende Verbände zu verjüngen oder neue Netzwerke zu bilden, nehmen Sie Kontakt auf mit globaloffice@www.ifaj.org.

Einer der Teilnehmer am Middle East Forum war Oded Hon von der Israel Association of Agricultural Journalists. Hier ist ein Brief von ihm, der die Erfahrung beschreibt.

Liebe Freunde und Kollegen, liebe Agrarjournalisten,

Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen für die außergewöhnliche Erfahrung danken, die ich Anfang Mai dieses Jahres auf dem IFAJ Middle East Forum für Agrarjournalisten in Istanbul gemacht habe.

Die Begegnung mit Ihnen hat mich beruflich und sozial bereichert und, hoffentlich für uns alle, nicht nur den Wunsch geweckt, in Zukunft Kontakt zu halten, sondern auch die Überzeugung, dass zwischenmenschliche Beziehungen zu einer Zusammenarbeit führen können, die den Anliegen dient, die uns allen am Herzen liegen.

Meine Begegnungen als israelischer Journalist mit Journalisten aus dem Irak, Jordanien, Kurdistan, Tunesien und anderen Ländern gaben mir das Gefühl, dass trotz der Spannungen zwischen einigen Ländern im Nahen Osten die beruflichen und persönlichen Beziehungen hilfreich sein können, um Spannungen abzubauen.

Mein besonderer Dank gilt Owen Roberts, dem Präsidenten der IFAJ, Hugh Maynard, dem Global Manager der IFAJ, und Ismail Ugural, dem Präsidenten der TGAJ, der türkischen Gilde der Agrarjournalisten.

Dank ihnen und ihren Teams hatten wir eine interessante, professionelle und freundschaftliche Konferenz mit außergewöhnlicher Gastfreundschaft, die zu einem starken Willen führte, Kontakte zu pflegen und nach den Worten von Owen Roberts zu handeln: “Um zusammenzuarbeiten”.

Mit freundlichen Grüßen

Oded Hon, Israel