Beschreibung der neuen IFAJ Mitglieder
Im Jahr 2018 der IFAJ Delegiertenversammlung, die zusammen mit dem jährlichen Kongress in den Niederlanden abgehalten wurde, wurden acht neue Mitgliedsländer als Teil der laufenden Bemühungen der Organisation, den Agrarjournalismus sowie einen weltweiten Austausch zu unterstützenden, aufgenommen. Der folgende Text ist eine Beschreibung von drei der neuen Mitgliedsstaaten. Die restlichen Beschreibungen werden im nächsten Mitteilungsblatt der IFAJ folgen.
Vereinigte Republik Tansania
Tansania ist ein Küstenstaat im Süd-Osten Afrikas, der auch die halbautonome Region Sansibar, eine Insel im indischen Ozean, die nur wenige Kilometer vom Festland entfernt ist, beinhaltet. Für die meisten Bewohner der Region ist die Landwirtschaft eine der Haupteinkommensquellen. 60%-70% der Erwerbstätigen beziehen ihren Lebensunterhalt aus mit der Landwirtschaft verbundenen Berufen. Die Mehrheit dieser Gruppe stellen dabei Frauen dar, die sich in den meisten Fällen traditioneller Methoden der Landwirtschaft bedienen. Diese trägt dabei nicht nur zu ungefähr 36% des BIPs bei, sondern schafft auch Arbeit für in etwa 60% der Bevölkerung. 42% der Menschen in Tansania sind dabei in Bezug auf ihr Einkommen direkt abhängig von der Landwirtschaft. Allgemein kann gesagt werden, dass die Agrarwirtschaft essentiell für das Wirtschaftswachstum im Land ist, dabei Arbeit für die jährlich wachsende Bevölkerung schafft und durch Exporteinnahmen die Armut erheblich senkt.
Um sicher zu gehen, dass der Agrarsektor weiterhin wachsen und die Bauern von den bereits existierenden Möglichkeiten profitieren könnten, kamen 2013 einige Journalisten auf die Idee, einen Verein zu gründen, der sich für die Rechte der Landwirte einsetzen sollte. Dieser Verband mit dem Namen „Journalistenverein für die Umwelt und die Landwirtschaft in Sansibar-Tansania“ setzt sich folgende Punkte zum Ziel:
- Den Landwirtschafts- und Umweltsektor in Sansibar und der Vereinigten Republik Tansania stärken
- Landwirtschafts- und Umweltaktivisten über relevante Themen informieren, um die Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erhöhen
- Etwaigen Agrar- und Umweltgesetzen in Sansibar und der Vereinigten Republik Tansania zum Durchbruch zu verhelfen
- Bauern helfen, beispielsweise durch Schaffung von Zugängen zu größeren Märkten
- Sicherstellen, dass Bauern regelmäßig landwirtschaftliche Maschinen zu leistbaren Preisen erhalten
- Schulische Umweltclubs unterstützen
- Landwirtschafts- und Umweltjournalisten fördern
- Die ländliche Bevölkerung zu erhöhter Produktivität und verminderten Eingriffen in die Umwelt zu bewegen
Ziel ist es, die Lebensumstände der Bevölkerung der Vereinigten Republik Tansania durch Verbesserung der Agrarwirtschaft und Gewährleistung der Ernährungssicherung zu verbessern.
Für die kommenden Jahre plant der Verband zahlreiche weitere Projekte:
- Ausbildung von 76 Journalisten in den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt.
- Kapazitätsbildung für Leiter
- Die Anzahl der Mitglieder, die sich der Umwelt und Landwirtschaft widmen erhöhen
- Die IFAJ Versammlung organisieren
- Das Kapital des Verbandes vergrößern
- Landwirten helfen, sodass sie an nationalen und regionalen Landwirtschaftsforen teilnehmen können
Der Verband ist noch in seinen jungen Jahren und steht damit vielen Herausforderungen gegenüber, beispielsweise:
- Mangel an finanziellen Ressourcen, was die Arbeit des Vereins erschwert and ihre Ziele zu erreichen, um ihre Mitglieder zu entwickeln, damit sie sich den Herausforderungen stellen können, mit denen Landwirte konfrontiert sind.Dieser Zustand führt dazu, dass Bauern oft nicht rechtzeitig erreicht werden.
- Ausbildung ist ein Stützpfeiler einer funktionierenden Institution und, um packende Artikel über Landwirtschaft schreiben zu können, brauchen die Journalisten Schulungen. Damit diese bereitgestellt werden können braucht es regelmäßige Fortbildungen, welche die Organisation mit ihrem jetzigen Kapital nur schwer bezahlen kann.
- Obwohl der Verband mehrheitlich aus Agrarwirtschafts- und Umweltjournalisten zusammengesetzt ist, ist ein Mangel an Experten, die sich mit investigativem und öffentlichen Journalismus befassen, zu beklagen.

Der Vorstandsvorsitzende des „Journalistenvereins für Umwelt und Landwirtschaft in Sansibar-Tansania“, Talib Ussi, spricht mit den Mitgliedern des Ausschusses in deren Büro in Unguja.

Das liberianische Netzwerk für Landwirtschaftsjournalismus (LAJN) ist eine nationale Sendergesellschaft für Print- Rundfunk sowie Onlinejournalisten und wurde 2015 gegründet, mit dem Ziel, über Probleme in der Landwirtschaft und in ländlichen Gebieten im Allgemeinen, zu berichten. Ungefähr 60% der Mitglieder des Verbandes arbeiten bei lokalen Radiostationen und stehen in engem Kontakt mit der bäuerlichen Gesellschaft im Land.
Das LAJN Generalsekretariat, welches von Jefferson Massah, seines Zeichens nationaler Koordinator der Organisation, geführt wird, beschäftigt sich mit täglich anfallenden Aufgaben und setzt dabei auf die Hilfe seiner vielen Berater. Derzeit findet man in 13 der 15 Bezirke des Landes regionale Koordinatoren, die sich mit den lokalen Bedürfnissen und Herausforderungen des Verbandes auseinandersetzen.
LAJN versucht dabei stetig, neue Möglichkeiten für ihre Mitglieder zu schaffen, damit diese ihre Kapazitäten ausschöpfen und auf diese Weise besser auf die Bedürfnisse kleinerer Landwirte eingehen können. Der Hauptfokus liegt dabei auf den nächsten Jahren und hat das Ziel, folgende Maßnahmen zu ergreifen:
- Kapazitätsbildung und Weiterbildung – LAJN sieht diese beiden Aspekte als Hauptaufgabe für das Netzwerk in den kommenden Jahren (2019-2021). Das Netzwerk steht derzeit größeren Aufgaben diesbezüglich gegenüber, da nur eine geringe Anzahl an Journalisten neben der gewöhnlichen journalistischen Ausbildung eine spezialisierte Weiterbildung zum Thema Landwirtschaft in Anspruch nehmen will. Der Plan ist es daher, mehr Wert auf Partnerschaften mit Unternehmen aus anderen Wirtschaftssparten zu legen.
- Webpräsenz-Weiterentwicklung – Um die Tätigkeiten von LAJN einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren zu können, gilt es, eine Homepage zu erstellen und zu etablieren, die als Archiv für landwirtschaftliche Nachrichten in Liberia genutzt werden kann.
- Eine jährliche Auszeichnung für landwirtschaftlichen Journalismus – Um herausragende journalistische Leistungen auf dem Fachgebiet der Agrarwirtschaft zu würdigen plant LAJN eine jährliche Preisausschreibung zu veranstalten.
- Um Projekte verschiedener Art im Landwirtschaftssektor in Liberia unternehmen zu können, möchte , mit potenziellen Gebern oder anderen IFAJ -Zünften zusammenzuarbeiten
LAJN sieht sich derzeit mehrerer größerer Aufgaben gegenübergestellt. Dazu zählen:
- Das Fehlen von finanziellen und materiellen Ressourcen, um die Organisation adäquat führen zu können
- Ein begrenztes Interesse seitens bedeutender Interessensvertretern in Liberia, LAJN zu unterstützen
- Aufbau einer Weiterbildung für junge Mitglieder durch Schulungen
- Begrenzte Logistikmöglichkeiten, um auch in die ländlichen Gebiete des Landes vorzudringen
- Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Partnerprogrammen mit einem Sponsor

IFAJ Vorstandsmitglied und nationaler LAJN Koordinator, Jefferson Massah (grünes Hemd) begleitet von den Mitarbeitern einer lokalen liberianischen Radiostation.
Senegal
REJAQUES (Réseau des journalistes associés aux questions agricoles, à l’élevage et à la pêche) ist ein Netzwerk, aufgebaut von Journalisten, die sich mit Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei beschäftigen. Das Netzwerk beschäftigt fast 30 Mitglieder, von denen die Hälfte agrarwirtschaftliche Journalisten sind, welche in verschiedenen Sparten der Medienbranche arbeiten. Die andere Hälfte setzt sich aus Menschen, die in Organisationen und Firmen arbeiten, welche sich mit Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion beschäftigen, zusammen. REJAQUES wurde 2017 gegründet und setzt sich zum Ziel, auf wichtige landwirtschaftliche Themen aufmerksam zu machen: Landwirtschaftsgesetze in Senegal, Umweltthemen und der Effekt von Landwirtschaft auf die Erderwärmung und Treibhausgasemissionen, Tierschutz, wirtschaftliche Unbeständigkeiten und Globalisierung.
Die Organisation veranstaltet regelmäßig Diskussionen sowie runde Tische und hält Treffen mit wichtigen Vertretern von landwirtschaftlichen Projekten, anderen Organisationen, Wissenschaftlern und Akademikern ab. Auch Pressereisen sowie Treffen mit Buchautoren, die über landwirtschaftsbezogene Themen schreiben, werden abgewickelt. Es gibt auch die Teilnahme an Messen (Internationale Landwirtschaftsmesse, Internationale Messe für Landtechnik) und an der Generalversammlung, die eine Gelegenheit bietet, die Ausführung der Arbeiten und die jährlichen Bemühungen zu bewerten, über zukünftige Aufgaben nachzudenken.
Eine wichtige Leistung von REJAQUES ist die Erstellung der Homepage agroactu.net, einer Plattform mit Informationen zu den Themen Agrarwirtschaft, Vieh- und Fischzucht. Die Website ist bereits fertig, im Moment werden die ersten Artikel verfasst und es ist davon auszugehen, dass sie schon bald online gehen wird.* Die Plattform ist vor allem für Journalisten gedacht, welche sich für den landwirtschaftlichen Sektor interessieren. Ziel ist es, zur größten Website für landwirtschaftsbezogene Themen in der Region zu werden.
Ein vierteljährlich erscheinendes Mitteilungsblatt namens „REJAQUES INFOS“ ist als zusätzliche Informationsquelle und Plattform zum Austausch agrarwirtschaftsbezogener Informationen gedacht.
*( Beachten Sie, dass dies bereits schon online ist)
REJAQUES arbeitet währenddessen an weiteren Projekten, beispielsweise:
DER BAU EINER ZENTRALE
Die Gründung eines Hauptquartiers soll es den Vorständen erlauben, sich regelmäßig zu treffen und auszutauschen.
EIN AFRIKANISCHES NETZWERK VON LANDWIRTSCHAFTSJOURNALISTEN AUFBAUEN
Als Teil der Internationalen Föderation Landwirtschaftlicher Journalisten ist unsere Beziehung zu den afrikanischen Nachbarstaaten (Burkina Faso, Benin, Guinea, Südafrika und Ruanda) eine sehr gute, um ein Netzwerk aufzubauen. Im Moment arbeiten REJAQUES und AMEDAR in Guinea aktiv am Aufbau eines afrikanischen Verbundes.
FERNSEHEN UND RADIO IN LÄNDLICHE GEBIETE BRINGEN
Die perfekte Möglichkeit, exklusiv über Landwirtschaft, Vieh- und Fischzucht vor einer größeren Öffentlichkeit zu sprechen böte Fernsehen und Radio in ländlichen Gebieten.

Mitglieder von REJAQUES in Senegal versammeln sich für eines ihrer Events; Hamidou Diop, Vorstand von IFAJ links vorne (mit der Computertasche)

